Midsommar 2040

Midsommar in Schweden

Midsommar feiert man in Schweden am liebsten traditionell: mit der Familie, gutem Essen und auf dem Land (Foto: Carolina Romare / imagebank.sweden.se).

Morgen ist Midsommar, das große Sonnenwendfest, das jedes Jahr in Schweden die Sommerpause einläutet. Die schwedische Supermarktkette ICA hat ihr 100-jähriges Bestehen zum Anlass genommen, zu hinterfragen, wie die Ernährung und das Midsommar der Zukunft aussehen werden.

Für die ICA-Studie kamen dreißig Experten, Forscher und Unternehmer zu Wort. Außerdem wurden Vertreter der 00er-Generation gefragt, wie sie die Zukunft einschätzen. Herausgekommen sind fünf Zukunftsszenarien:

Zukunftsszenario: Farm City

Die Urbanisierung hat die Selbstversorgung vorangetrieben. In den Städten wurde Ackerland geschaffen.

Zukunftsszenario: Kvantjaget

Wir messen unsere Nahrungsaufnahme, Leistungsfähigkeit und Krankheit. Maßgeschneiderte Gesundheitsprofile kontrollieren genau, was wir essen.

Zukunftsszenario: Mångfald jordbruket

Regenerative Anbaumethoden haben geholfen, die globale Erwärmung zu verhindern, mehr Kohlenstoff im Boden zu binden und die Artenvielfalt zu erhöhen.

Zukunftsszenario: Ransonering

Niemand hat es geschafft, die globale Erwärmung zu stoppen und Klimakatastrophen zu verhindern. Schweden trifft es besonders hart; ein reduzierter Zugang zu Nahrungsmitteln ist die Folge.

Zukunftsszenario: Rymden och smaken

Der Weltraum ist unser zweites Zuhause. Das dort vorherrschende extreme Klima hat Forschungen vorangetrieben, die uns die Landwirtschaft auf dem Mars ermöglichen und die auf der Erde optimieren helfen.

Wenn die in dem Bericht präsentierten Szenarien Wirklichkeit werden, beeinflussen sie auch die bisherigen Ernährungstraditionen. Wie etwa zu Midsommar:

„Die 00er-Generation steht auf Fingerfood und Individualität. Das funktioniert mit Buffets gut, weil jede Person ihr Gericht selbst zusammenstellen kann. 2040 werden wir zu Midsommar wahrscheinlich Speisen haben, die vollständig auf den Gesundheitszustand und die persönlichen Geschmacksvorlieben abgestimmt sind. Wahrscheinlich werden wir noch mehr Wert auf Nachhaltigkeit und alternative Proteinquellen legen. Vielleicht liegen sogar Insekten, Algen und im Labor gezüchtetes Fleisch auf dem Midsommar-Buffet oder dem Grill“, so die ICA-Trendforscherin Malin Eriksson.

Midsommar heute

„Tradition ist das Bewahren des Feuers und nicht das Anbeten der Asche.“ So scheint man es auch in Schweden zu halten. Denn obwohl sich auch hierzulande immer mehr Menschen für die vegetarische Küche begeistern, will man davon zu Midsommar wenig wissen. Denn traditionell kommen Hering, Lachs und frische Kartoffeln auf den Tisch. Und die Marktforschungszahlen belegen, dass sich daran auch nicht viel geändert hat. Zunehmend werden die Lebensmittel zwar im Internet bestellt, aber der Großteil wird noch immer einen Tag vorher im Supermarkt eingekauft.

Nachfrage nach Hering, Lachs, Erdbeeren und Co. zu Midsommar verglichen mit einer gewöhnlichen Woche im Sommer (Foto: ICA).

Hering (grüner Chart) hat über das Jahr einen kleinen, aber treuen Käuferstamm. Vor Festen entwickelt er sich zum Kassenschlager. In der Midsommarwoche steigt der Umsatz im Vergleich zu einer normalen Sommerwoche um 1.200 Prozent an.

Gebeizter Lachs legt um rund 600 Prozent zu, geräucherter um rund 400 Prozent. Eine weitere profitable Lachssorte ist najadlax, der erst gebeizt und dann kalt geräuchert wird.

Bei schwedischen Erdbeeren (oranger Chart) macht Mittsommer zwischen 15 und 20 Prozent des jährlichen Gesamtvolumens aus. Üblicherweise wird die Nachfrage zu 90 bis 95 Prozent aus heimischen Erdbeeren gedeckt. Die Ernte ist gut; diesmal dürfte der Anteil größer sein.

(Quelle: ICA)